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Der spirituelle Weg des Christentums

Der spirituelle Weg des Christentums

Art.Nr.: 10040


890 15.00 €

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Das Markusevangelium als Modell

Der spirituelle Weg des Christentums

Das Markusevangelium als Modell

1. Auflage 1998

645 Seiten, Leinen
14x21,8cm
15,00 €
ISBN 978-3-938156-10-0

Angaben zum Buch:

Konrad Dietzfelbinger
Der spirituelle Weg des Christentums
Das Markusevangelium als Modell


In diesem Buch werden die Evangelien vom Ballast und der dogmatischen Verstümmelung der letzten Jahrhunderte befreit dargestellt. Konrad Dietzfelbinger präsentiert sie am Beispiel des Markusevangeliums wieder neu als das, was sie immer sein wollten: Bücher über den Weg des Menschen.

Neben der Betonung seiner heilsgeschichtlichen und symbolischen Bedeutung wird das Leben von Jesus Christus meist entweder historisch oder tiefenpsychologisch interpretiert. Doch dass man die Evangelien in ihrer ursprünglichen Bedeutung erst wirklich verstehen kann, wenn man den Weg Jesu als spirituellen Weg versteht, macht Konrad Dietzfelbinger deutlich. Er zeigt, dass man nicht an Wunder und erstaunliche Heilungen glauben muss, wenn man die Erzählungen über Jesus als das begreift, was sie in Bildern darstellen: Stationen auf dem spirituellen Weg. So gelesen, ist das Markusevangelium kein biographischer Bericht und auch kein moralischer Leitfaden, mit dessen Befolgung die Seligkeit erworben werden kann. Es ist vielmehr, so wie die „Bhagavadgita“ und das „Tao te king“, ein Text höchster Weisheit, Kunst und Spiritualität, der den Menschen zu innerer Veränderung auffordert und ihm den Weg dazu eröffnet.
Ein erhellendes Buch für alle, die nicht glauben können, dass Christentum nur aus kirchlichen Dogmen, Riten und Frömmigkeit bestehen soll – ein Buch für diejenigen, die wahre innere Erfahrung und Wandlung suchen.

S. 14 Die Evangelien beschreiben nämlich die Aufgabe des Menschen, deretwegen er lebt – jedes Menschen –, und sie beschreiben die immer gültigen Gesetze und Kräfte, die an dieser Aufgabe beteiligt sind. Wer diese Realität von Gesetzen und Kräften erkennt, hat ganz konkret an der Wahrheit des Geistes teil, die stets anwesend ist und immer gilt. Er braucht nicht an die erlösende Wirkung historischer Geschehnisse zu glauben. Er sieht diese Geschehnisse als Ausdruck einer zeitlosen Realität, mit der er selbst verbunden ist und zu der er selbst werden kann. Sie sind die Beschreibung einer Veränderung, eines spirituellen Weges, der den Menschen mit dem Geist – mit Gott – real, in der Gegenwart, verbindet. Sie dokumentieren eine re-ligio – eine „Wiederverbindung „ mit dem Geist –, die nicht von einem Glauben an historische Tatsachen und ihre heilsgeschichtliche Bedeutung abhängt, sondern unmittelbare Erfahrung bedeutet.
Die Evangelien zeugen von einer zeitlosen Möglichkeit, von der der ausschließlich in der Sinnenwelt heimische Mensch nichts weiß und der in einer religiösen Glaubenswelt lebende Mensch nur indirekt erfährt. Es ist die Möglichkeit des Einbruchs einer geistigen Welt in die sinnlich wahrnehmbare diesseitige und die nicht sinnlich wahrnehmbare jenseitige Welt.

S. 16: Der Einbruch der geistigen Welt ins Bewusstsein des Menschen ist eine innere Erfahrung. Sie äußert sich z.B. so, dass der Mensch die diesseitige und jenseitige Welt prinzipiell in Frage stellt. „Warum ist das Leben so, wie es ist?“ Sie äußert sich vielleicht auch als Staunen, als innere Unruhe und Sehnsucht: „So kann es doch nicht weitergehen.“ Vor dem Hintergrund einer erahnten, anderen Dimension der Wirklichkeit erscheint die Welt des Diesseits und Jenseits als relativ, für sich allein sinnlos und kraftlos. Sinn und Kraft erhalten sie nur durch die geistige Welt. Diese Erfahrung ist keine Bekehrung zu einem Glauben, sondern eine neue Seinsqualität im Innern des Menschen. Sie läßt jedes Glaubenssystem als begrenzt erscheinen, vielleicht sogar als hinderlich für die Wirksamkeit des Geistes.
Jeder Mensch, sei es, dass er bisher nur in der Sinnenwelt heimisch war, sei es, dass er in einer religiösen Glaubenswelt lebte, kann diese Erfahrung machen. Sie ist immer und überraschend möglich, keineswegs davon abhängig, dass er überhaupt eine Religion hat, von einer Welt des Geistes weiß oder entsprechende Schriften wie etwa das Neue Testament kennt. Es können ihm alle Begriffe fehlen, um diese Erfahrung überhaupt zu benennen – und doch macht er sie. Sie kann aber natürlich durch Schriften, Religionen, Philosophie oder Kunst ausgelöst werden wie auch durch einschneidende Schicksalserlebnisse.
Wird in einem Menschen diese Erfahrung wirksam, so kann er sie verdrängen oder zulassen. Läßt er sie zu, so beginnt sie ihn und sein Leben zu verändern. Denn sie bedeutet einen neuen Maßstab und neuen Impuls. Er sieht die Welt plötzlich anders als bisher und versucht, sein Leben auf die neue, durch diese Erfahrung gegebene Grundlage zu stellen. Das kann unbewusst geschehen. Geschieht es aber bewusst, so heißt das, dass der Betreffende einen spirituellen Weg betritt. Er ist von der geistigen Welt im Innern berührt, sein Inneres antwortet auf diese Berührung, und es entwickelt sich allmählich ein neues Bewusstsein. Sein geistiges Wesen entfaltet sich, während zugleich die Herrschaft der Sinnenwelt und der Welt der relativen Glaubensvorstellungen schwindet. Der vom Geist Berührte kann die absolute Gültigkeit von Diesseits und Jenseits nicht mehr anerkennen. Er kann seinen Sinn seiner seelischen und körperlichen Eigenschaften nur noch darin sehen, dass sie, frei von Stolz und Trägheit, der Verwirklichung der geistigen Welt dienen. Schrittweise schwindet in ihm das Missverständnis zwischen Diesseits, Jenseits und geistiger Welt.

S. 17: Der spirituelle Weg wird im Markusevangleium mit folgenden Worten umschrieben:“ Wer aber sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird es retten.“ Sein Leben – das ist das Leben in Ideologien und Glaubensvorstellungen und der Hingegebenheit an die Sinne. Sein Leben verlieren heißt nicht, den Märtyrertod erleiden, sondern bewusst Stolz und Trägheit aufgeben, weil die geistige Welt in Diesseits und Jenseits eingebrochen ist. Sie stellt dem Menschen die Relativität von Diesseits und Jenseits vor Augen und veranlasst ihn zu einer Umwertung aller Werte. Nicht mehr Glaubens- und ideologische Vorstellungen, Autoritäten und Gottesbilder irgendwelcher Art zählen mehr, auch nicht mehr der Wille zur Macht, sondern nur noch die Realität der geistigen Welt.

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