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Die Bibel

Die Bibel

Art.Nr.: 10035


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Konrad Dietzfelbinger

Die Bibel

Konrad Dietzfelbinger

Diederichs Verlag, Reihe Kompakt, München 2001

119 Seiten, Broschur,
120 g
Format 10,4 x 17,9 cm
6,90 €
ISBN 978-3-7205-2265-6
ISBN 3-7205-2265-2

Angaben Zum Buch:

Die Bibel ist das Buch der Bücher. In gewisser Weise sind wir alle Kinder der Bibel: Ihre Sprache hat unsere Sprache geprägt, ihre Moral unsere Humanität begründet, ihre Bilder haben unsere Vorstellungswelt ausgestattet, ihre Gleichnisse unserer Literatur und Kultur die Stoffe und Anhaltspunkte gegeben.

Aber wer kennt die Bibel wirklich? Wie ist sie aufgebaut, was ist ihr Inhalt? Wann und nach welchen Kriterien wurde festgelegt, welche Schriften in die Bibel aufgenommen werden und welche nicht? Wie sollte man sie am besten deuten: historisch, heilsgeschichtlich, spirituell oder gar psychologisch? Und welchen Stellenwert kann die Bibel heute für die Christen und alle spirituell Suchenden haben? In diesem Buch werden Antworten gegeben.

Zitate:

Konrad Dietzfelbinger
Die Bibel

Gesetzmäßigkeiten eines Erlösungsweges
S. 12: Sie (die biblischen Texte) sind vielmehr Darstellung zeitlos gültiger Entwicklungsgesetze für Mensch und Menschheit. Sie sind spirituelle Texte. Ihre Geschichten und „Wunder“ drücken geistig-seelische Gegebenheiten aus. In dieser Sicht wird die Geschichte des Volkes Israel exemplarisch für die Geschichte jedes einzelnen Menschen, der sich ein verantwortliches Ich gegenüber den Leidenschaften und Wünschen – sie sind in den fremden Völkern und Götzen verkörpert – erobert. Die Geschichte Jesu wird zur exemplarischen Entwicklung, die für jeden Menschen aktuell werden kann, nach dem Aufbau eines verantwortlichen Ich Entfaltung des im Menschen keimhaft angelegten wahren, spirituellen Selbst, das durch Jesus verkörpert wird. Das wahre Selbst ersteht auf, wenn das Ich in ihm aufgeht – „erstirbt“. Das ist Erlösung, nämlich Erlösung des wahren Selbst des Menschen, und das Neue Testament beschreibt die Gesetzmäßigkeiten dieses Erlösungsweges, exemplarisch, zeitlos gültig, jedem Menschen nachvollziehbar.

Spirituelles Erleben als Schlüssel zum Verstehen der Bibel
S. 13: Die Texte der Bibel sind Dokumente spirituellen Erlebens. Ihre „Wunder“ sind Ausdruck spiritueller Vorgänge, die anders als bildlich schlecht darzustellen wären. Die Bibel muss nicht entmythologisiert, ihre Mythen müssen nur auf der spirituellen Ebene gelesen und verstanden werden. Dann enthüllt sie ihr eigentliches Wesen. Dann werden zahlreiche Einwände ihrer Gegner hinfällig, da sie sich nur gegen eine dogmatische Interpretation richten und den eigentlichen Charakter der Bibel gar nicht in den Blick bekommen. Dann werden viele Anhänger der Bibel, die deren wahren Wert ahnen, statt heimlich bezweifelter, weil nicht einsehbarer Dogmen festen spirituellen Grund unter den Füßen gewinnen.


Der Kampf um Glauben oder Wissen
S. 112: Doch wer erkennt , dass der Kampf zwischen Glauben und Wissen nur unter der irrigen Voraussetzung der heilsgeschichtlichen Interpretation der Bibel entbrennen konnte, wird sich erleichtert von dieser fruchtlosen Konfrontation abwenden und kann ein neues, spirituelles Verhältnis zur Bibel gewinnen. Ihm entpuppen sich die Evangelien als Darstellungen eines spirituellen Weges, auch wenn sie aus noch so vielen Schichten und Elementen zusammengesetzt sind. Ihm ist gleichgültig, ob ihre Verfasser Augen- oder Ohrenzeugen der Ereignisse um Jesus waren. Wichtig ist ihm nur, dass sie mit dem in Jesus verkörperten spirituellen Impuls verbunden waren und aus eigener existentieller Erfahrung schrieben. Ihm zeigt sich, dass die Wunder, die Gleichnisse und Aussprüche Jesu Illustrationen der Erfahrungen auf dem spirituellen Weg sind.

Geschichtlichkeit der biblischen Ereignisse
S. 113: Viele in der Bibel dargestellte Ereignisse dürften historisch sein oder auf historische Vorgänge zurückgehen. Aber den Verfassern sind alle historischen Ereignisse nur insofern wichtig, als sie Ausdruck geistig-seelischer Tatsachen sind. Die äußeren historischen Ereignisse um das Volk Israel im Alten Testament und um Jesus und seine Schüler im neuen Testament sind Ausdruck und Begleiterscheinung der Tatsache, dass das Volk Israel einen spirituellen Weg vorbereitet, während Jesus und seine Schüler diesen Weg gehen.
Dieselben geistig-seelischen Tatsachen können sich immer wieder, zu allen Zeiten niederschlagen, das heißt, sie werden Geschichte und können immer wieder Geschichte werden. Sie sind zeitlos, obwohl sich die historischen Gewänder, in die sie gehüllt sind, im geschichtlichen Ablauf ändern und die Ereignisse mehr oder weniger klar und tief durchscheinen lassen können. Da der Niederschlag geistig-seelischer Tatsachen in der Geschichte des Volkes Israel und Jesu besonders vollkommen geschah, kann er als exemplarisch für alle ähnlichen Niederschläge zu allen Zeiten betrachtet werden und als Bild für sie dienen.

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