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Rundbrief

An dieser Stelle werden Sie ca. alle 3 Monate einen Rundbrief mit aktuellen Texten von Herrn Dietzfelbinger finden:

Vorerst, bis der erste Brief erscheint, ist ein Abdruck zu sehen aus dem Buch: Die Geburt des wahren Selbst im Menschen, S.409 ff.

Wirksamkeit der neuen Kräfte

Wenn Menschen oder eine Kultur die lebendige Beziehung zur geistigen Wirklichkeit verlieren und das Leben aus den religiösen Formen weicht, die bisher diese Wirklichkeit zum Ausdruck gebracht haben, kommt unbedingt der Augenblick, wo materialistische Tendenzen diese Formen vernichten - gewaltsam oder durch intellektuellen Angriff. Auch heute manifestieren sich solche inneren Vorgänge konkret äußerlich immer dann, wenn revolutionäre Bewegungen im Zeichen materialistischer Ideologien oder zivilisatorischen Fortschritts alte, auf kraftlosen religiösen Traditionen beruhende soziale und politische Strukturen vernichten.

Bei alledem stehen im Hintergrund die Kraftfelder der geistigen Welt, die einen neuen Impuls des Geistes in der Menschheit manifestieren wollen. Sie wollen das wahre Selbst möglichst vieler Menschen berühren, oder, wenn es schon entfaltet ist, bestärken und sich damit vereinigen, um neues religiöses Leben in den Völkern mit neuen Ausdrucksformen zu wecken. Diese Kraftfelder wirken ungeheuer stark aufs Bewusstsein der Menschen ein und schwächen die bisherigen Denk- und Fühlmuster. Das rationale Bewusstsein, das "Tagesbewusstsein", das sich verabsolutieren und sämtliche Bereiche der Gesellschaft und der Natur organisieren will, verliert unter dem Druck neuer Denkmuster, die sich im Menschen, angeregt durch die geistige Welt, zu Wort melden, seine Überzeugungs- und Orientierungskraft. Die Menschen spüren, dass eine rein rationale Weltbetrachtung der Struktur der Wirklichkeit nicht gerecht wird.
Ist es nicht ein sehr treffendes Symbol, wenn dieser Vorgang dadurch beschrieben wird, dass Zeichen "an der Sonne" eintreten? Bei Markus heißt es in diesem Zusammenhang, die "Sonne" wird "verdunkelt". "Sonne" ist das Bild für das rationale Bewusstsein, das den "Tag" des Menschen, seine sichtbare Welt, erhellt. Diese rationale Weltbetrachtung wird nun durch die im Menschen ins Bewusstsein drängende neue, umfassende geistige Weltsicht verdunkelt und relativiert.
Ebenso "verdunkelt" wird der "Mond", das Licht, das das Unbewusste des Menschen, seine "Nacht", erhellt. Es ist seine auf dem Instinkt, dem unhinterfragten Glauben und dem Gefühl beruhende Orientierung in der Welt. Auch diese Orientierung verliert ihre Tragfähigkeit. Es erscheinen Zeichen "am Mond" und verdunkeln ihn. Ja auch der Lauf der "Sterne" wird gestört: Die Schicksalszusammenhänge, astrologisch erforschbar, werden durch den Einfluss der geistigen Kraftfelder beeinflusst. Sie sind nicht mehr exakt berechenbar. Die neue, durch die geistigen Kraftfelder ins Bewusstsein gehobene Weltsicht setzt alle bisherige Weltsicht außer Kraft, sei diese rational, emotional oder "magisch" unterbaut. Damit geraten auch alle Institutionen und Einrichtungen, die auf solcher alten Weltsicht beruhten, ins Zwielicht. Sie brechen zusammen, und die Menschen wissen sich nicht mehr zu raten. Denn zugleich beginnen die Triebe und Leidenschaften, bis dahin durch die alten Orientierungsmuster einigermaßen in Schach gehalten, wie das "Tosen und Wogen des Meeres" ihre Fesseln zu sprengen. Sie beanspruchen nach dem Verlust aller Zusammenhang stiftenden rationalen und irrationalen Ordnungen die Herrschaft über den Menschen, und ungezügelte Aggression und Triebhaftigkeit, Verbrechen und Anarchie überschwemmen die Gesellschaft wie eine Flut.
In dieser chaotischen Verwirrung wissen die Menschen nicht mehr aus noch ein, die Angst und der Schrecken steigen ins Ungemessene. Viele "geben den Geist auf". Das muss nicht heißen, dass sie physisch sterben. Es kann auch bedeuten, dass sie, dem ungeheuren Druck der Verwirrung und Orientierungslosigkeit nicht gewachsen, total abstumpfen und in dumpfe Resignation verfallen. Im Extremfall verlieren sie sogar ihren gewöhnlichen Ich-Verstand, vielleicht als unbewusste Selbstschutzmaßnahme, um sich den Anforderungen der Umwelt nicht mehr aussetzen zu müssen. Denn alle diese Schrecken sind Ausdruck dessen, dass "die Kräfte der Himmel erschüttert werden". Die Kraftfelder des Geistes stören die durch Ichbezogenheit charakterisierten energetischen, jenseitigen Kraftfelder der irdischen Welt, die die Menschen umgeben und deren diesseitiges Dasein steuern und nähren. "Sonne", "Mond" und "Sterne", die von den jenseitigen Kraftfeldern bestimmten Erkenntnisorgane des Menschen, werden "verdunkelt". So werden durch den Einfluss der geistigen Kraftfelder die Ichbezogenheit der Menschen und die von ihr bestimmten Ordnungsmuster erschüttert. Die Menschen werden aus den das diesseitige Dasein steuernden und nährenden jenseitigen Zusammenhängen gerissen.
Dies ist eine Voraussetzung dafür, dass die geistigen Kraftfelder, den Panzer der Ichheit in den irdischen Kraftfeldern und in den Menschen durchbrechend, das wahre Selbst der Menschen erreichen können. Der "Sohn des Menschen", das Muster des wahren Selbst des Menschen, berührt das unter dem Panzer der Ichbezogenheit schlummernde wahre Selbst der Menschen. So bedeutet gerade das Chaos, das durch die Auflösung aller alten Ordnungen entsteht, die Chance, dass die neue Ordnung des Geistes in der Menschheit Wurzeln schlägt. Die Orientierungslosigkeit ist ein notwendiges Durchgangsstadium zu einer neuen Orientierung, die dem Wesen und der Bestimmung des Menschen entspricht. Mag auch für viele dieses Erscheinen des Menschensohns "auf einer Wolke" zunächst eine Richtigstellung, eine Vernichtung der auf Ichbezogenheit beruhenden Formen und Denkweisen mit aller damit verbundenen Orientierungslosigkeit und Angst bedeuten: Dadurch wird doch ein neuer Anfang aus dem wahren Selbst möglich. Und alle, die, bewusst oder unbewusst, das wahre Selbst sich haben entfalten lassen, können sich trotz aller Angst und Orientierungslosigkeit "aufrichten" und "ihre Häupter erheben". Sie können die Struktur ihres wahren Selbst in die Struktur des sich nahenden Musters des wahren Selbst erheben und erleichtert, in dieser dem Wesen des Menschen gemäßen Ordnung des Geistes, aufatmen. Sie werden von den Fesseln der dem Menschen nicht gemäßen Ordnung der Ichbezogenheit gelöst. Ihr wahres Selbst wird erlöst.