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In der urchristlichen Überlieferung gilt Philippus als der Schreiber unter den Schülern des Meisters Jesus. So war er besonders geeignet, sie später der nächsten Schülergeneration einzuprägen und weiter zu erklären. Vielleicht hat er nach der Auferstehung des Meisters eine Art weiterführende Schule gegründet, in der er die empfangenen Lehren systematisch weitergab.
Die wesentlichen Gedanken des Philippus-Evangeliums sind: Im erwachten, von Jesus erweckten Menschen zeigt sich die Möglichkeit eines spirituellen Weges. Ausgangspunkt ist das im Herzen eines solchen Menschen wirkende, zunächst noch nicht entfaltete Geistprinzip, das sich wie der Same einer Blume entwickeln möchte.
Das ist das Gegenteil der heutigen materialistischen Denkweise: Der Same des Glaubens wächst nicht nach dem Prinzip von Ursache und Wirkung, sondern nach dem Prinzip der „Zeugung“ aus der Tiefe der ewigen Weisheit Gottes. Er wird also unmittelbar von Gott selbst „gezeugt“ im Gegensatz zum absichtlichen „Machen“ des menschlichen Denkens. Im von Jesus berührten Geistesschüler wächst dann spontan die Erkenntnis der Wahrheit über Mensch und Welt, es wächst die Erkenntnis, wann und wo dieses Wachstum von dem in ihm liegenden Ziel abweicht, und es wächst die Fähigkeit, solche Abweichungen zu korrigieren. Das ist die Freiheit des Menschen auf seinem Lebensweg, eine Fähigkeit, die schon am Anfang der Welt vom Schöpfer in ihn gelegt wurde.
Niemand kann etwas Unvergängliches wahrnehmen, außer er wird selbst unvergänglich.
Es ist mit der Wahrheit nicht so wie auf der Welt, wo der Mensch die Sonne sieht, ohne selbst Sonne zu sein, wo er den Himmel sieht und die Erde und alles Übrige, ohne selbst Himmel, Erde und dergleichen zu sein.
Sondern im Reich der Wahrheit siehst du etwas von ihr und wirst selbst zu ihr. Du siehst den Geist und wirst selbst zu Geist. Du siehst Christus: du wirst Christus. Du siehst den Vater: du wirst zum Vater.
Hier auf dieser Welt also siehst du alle Dinge, siehst aber dich selbst nicht. In der anderen Welt jedoch siehst du dich selbst. Denn was du dort siehst, das wirst du selbst.